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Ein Strickblog

 

Davon wollte ich immer schon mal erzählen. Der "Studenten-Serivs" des Arbeitsamtes der Stadt München. Dort war ich seit dem Abitur immer mal wieder, es wurden Jobs VERLOST.

Diesen formschönen völlig undigital gestalteten Ausweis musste man morgens, vor Acht, abgeben. Dann, um Punkt Acht, wurde - wie beim Kartenspiel - gemischt und jeder bekam eine Nummer. Nummer Eins hatte die erste Wahl bei den täglichen Jobs und so weiter. Dann wurden die Jobs vorgestellt, auch mit Nummern. Beispiel: Job Nummer Eins: Umzugshelfer, männlich, 1-2 Tage, 12 DM pro Stunde, Schwabing.
Ich glaube, die Geschlechter wurden eh von Anfang an getrennt, aber daran erinnere ich mich nicht mehr genau.
Jedenfalls hatte ich selten Glück, eine niedrige Nummer zu bekommen.

Mein allererster Job aus diesem Verfahren war: Ein Tag Zimmermädchen, 12 DM pro Stunde (nein, es waren doch eher zehn), München Nord, Nähe Frankfurter Ring. Grauenvoll. Ich habe mich innerlich aufgeregt, dass ich das Klopapier zu einer Spitze falten musste. Meine Mitarbeiter waren kleine Leute aus der Gegend von Indien, die das tagein-tagaus machen mussten. Schicksalsergeben.
Am Ende des Tages wusste ich, was ich nie wieder tun würde.

Überhaupt die Putzjobs... die waren immer super unbeliebt. Ein einziges Mal brauchte ich das Geld dringender und bin in der Nähe vom Westkreuz bei einer Frau, die grad schwanger war, putzen gegangen. Die wollte aber eigentlich eine Freundin, hatte ich den Eindruck. Grunz. Nie wieder.

Ganz viele meiner Job fanden in der "Produktion" statt. Einmal war ich in einer Gürtelfabrik, wo ich anfangs mit spitzer Schere die Enden der Nähte abschneiden musste. Das waren Stretch-Gürtel mit Lederschließe. Später am Tag durfte ich dann die Stanze bedienen. Zwei-Hand-Betrieb und - zack - wieder fünf Lederstücke ausgestanzt. Neues Fell auflegen. Metallstanzen auflegen und - zack - wieder ...

Einmal ergab sich etwas Längerfristiges. Das war schon in den Neunzigern, glaube ich. Eine Frau wollte, dass ich täglichen die Kassenbelege des Ladens ihrer Schwester überprüfe. Die Chaos-Schwester hatte sich damals zu oft Geld aus ihrer Ladenkasse für privat genommen. Später habe ich auch die Kreditkartenbelege mit den Abbuchungen auf dem Konto der Dame abgeglichen. Und überhaupt... die hat mir einfach immer ihre Handtasche auf den Tisch geleert. War wie bei Aschenputtel, nur dass es tausend Zettelchen waren. Und dann durfte ich erfahren, dass sie in Paris Schuhe für 400 DM gekauft hatte und noch eine Handtasche für 350 DM und so weiter und so fort. Sie war Juristin und hatte jahrelang versäumt, ihre Nachträge in den Gesetzessammlungen einzusortieren. Das war wieder Arbeit für Tage. Ja, bei der war ich jahrelang immer wieder ein paar Tage im Monat...
Privat-Buchhalterin, so könnte man das nennen.

Auch gefallen hat mir ein Job bei einem Dekorationsartikel-Laden in der Sendlinger Straße. Es war Vorweihnachtszeit und wir mussten etliche Regale mit Glitzerzeugs bestücken und Preisschilder anbringen. Da habe ich eine Mitstudentin getroffen, die damals Kunstgeschichte studiert hat, als ich noch im Statistik-Studium gefangen war. Die hat mich später inspiriert.

(Fortsetzung folgt vielleicht oder auch nicht)

 

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