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Ein Strickblog

 
Ich hatte die letzten Tage sowieso ein Auftragsstück zu stricken, daher kann ich hier ja weitermachen. Aber keine Sorge, es folgen höchstens noch zwei Beiträge zum Thema: Grottige Klamotten der Vergangenheit.

Vergessen habe ich noch diesen Blick in die Siebziger (1975). Der Rock (aus Florida) in Grellgrün mit gelben Blümchen (Material: Polyester-Wirkware), kombiniert mit dem eben gekauften Kreuzfahrt-T-Shirt und gekrönt von dem unendlich gehassten superdoofen Schlapphut (Die Oma: Kinder, ihr müsst was auf den Kopf setzen - die Sonne!)

Die späteren Siebziger Jahre versuchte ich angepasst zu sein. Sweatshirts und Jeans-artiges. Aber 1979/80 änderte sich mein Freundeskreis und damit auch mein Äußeres:

Mit Indienkleid, passender Anti-Atomkraft-Anstecknadel und allem möglichem Firlefanz. Was lacht die Oma da so? (Ja, die Oma, die trug die zur dieser Zeit bereits voll verhassten Siebziger Jahre Kombis mit leichter Schlaghose und hüftlangem, passendem Westchen. Da sie das Zeug bis zuletzt aufbewahrt und getragen hat, war sie in den Neuzigern zum Teil wieder recht hip unterwegs, die Gute)
Das war die Zeit, in der die Strickerei so richtig blühte. Was zwei Jahre zuvor erst zaghaft mit den Tschibo-Büchern begonnen hatte, uferte aus. Wir saßen im Schneidersitz herum und strickten grobe Wollpullis (bei mir aus Kostengründen dann doch oft noch recht kunstfaserig) und der Hit war das Modell Groß-Kastenförmig-Schlabberig. Passend zum Flippie-Look eben.

Und 1981 war's schon wieder ein anderer Look. Abgelegte Kleider aus den Fünfziger Jahren, ein Jackett meines Vaters und schrilles Zeug - wie diese Golfschuhe! Die beginnenden New-Wave Jahre. Leider habe ich keinerlei Fotos von Pullis aus dieser sehr produktiven Zeit.

Am Beispiel meiner Oma fällt mir auf, dass ich langsam auch in diese Phase (man nennt das wohl Alt-Werden) komme, in der mich die allerneuesten Trends (siehe Röhrenhosen) nicht mehr so heiß machen, wie das früher immer der Fall war. Die Erregung, was Hochmodisches zu tragen entfällt, wenn man bereits alle Moden des zwanzigsten Jahrhunderts mal getragen hat. Und so richtig Neues bietet dieses Jahrhundert noch nicht, oder was meint ihr? Und wenn es was gäbe, dann hätte ich nicht mehr diese Bedenken, es auch gleich zu tragen.
Inzwischen weiß ich, was an mir gut aussieht, welche Klamotten eine Gesinnung ausdrücken und wie ich auf die Umwelt wirken möchte.
Kein Weibchen, keine Nutte, kein lächerliches aufgeputztes Ding... hoffe ich.

Franziska (Gast) meinte am 25. Jun, 14:25:
Ich habe kürzlich in Bildern der 90er Jahre geblättert. Und war erschrocken wie furchtbar dieser Zeitraum denn gewesen sein muss. Das ging auf dem Kopf los und hörte an den Schuhen auf. Von dem Dazwischen will ich lieber gar nicht reden. Furchtbar. Wirklich furchtbar. 
 

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