
Der Aeolian Shawl hat Spaß gemacht beim Stricken. Auch wenn das gar nicht meine Farbe ist und Gebimmsel mit Perlen auch nicht mein Ding. MACHEN muss ich das Eine oder Andere eben schon. :-)
Meine Schätzungen, dass die Perlen das Gewicht des Garnes übertreffen haben sich dann doch nicht bewahrheitet, aber immerhin: 90 Gramm Garn und 75 Gramm Perlen!
Bei ca. 650 Metern geringer Garnverbrauch - nur etwa ein Viertel das langweiligen Jeansblau ist verbraucht!

Auch wenn ich normalerweise Dreiecktücher nicht mag - insbesondere wenn sie so ein "Rückgrat" haben - Die Kante ist ein großer Wurf. Wirklich gut gelungen!
Beim Stricken (wie zuvor auch beim Spinnen) hatte ich schwarzblaue Finger, doch das fertige Tuch habe ich dann endlich so lange waschen können, bis nichts mehr kam
(Ja, ich war vorsichtig mit dem Kammzug, weil ich immer so grob bin und alles verfilzt).

Solche Schnappschüsse macht mein Mann. Immer.

Tja, ich bin schon wieder am Sticken, darf aber melden, dass ich gestern Abend das Tuch fertiggestellt und gespannt habe. Allein das Abketten hat fast zwei Stunden gedauert (Da war aber eine gute Methode in der Anleitung vom Aeolian Shawl angegeben, um eine elastische Kante zu bekommen).

Fertig! Nach Jahren! Die Alfresco Leaves von Elian McCready, gestickt in Baumwolltwist auf feinem Stramin.
Das Motiv misst wegen des anderen Materials nur 30 x 30 cm. Da wird es schwierig, ein passendes Kissen zu finden.
Insbesondere wenn man, wie ich, am Dienstag "in die Stadt" geht und nur eine halbe Stunde bleibt, um Tonnen von Stickgarn für das nächste Projekt (Morning Glory) zu kaufen - das misst übrigens 45 x 45 cm.

Uff. Und dann keine Lust mehr hat, Kissenfüllungen und Stoff zu kaufen, was dazu führt, dass inzwischen fünf - ja FÜNF große Kissenplatten der Fertigstellung harren.


Das wäre nun Urlaubsstrickprojekt Nummer Eins, der Aeolian Shawl, den ich hier aus dem langweilig jeansblauen Single-Garn stricke. Es macht Spaß, das Gefummel mit den vielen Perlen. Ich dachte großzügig, "...ach, klar mache ich die große Version" und hatte beim Perlenkauf im Hinterkopf, dass ca. 1000 Perlen erforderlich seien. Da traf mich dann doch der Schlag, als ich mittendrin mal wieder nachgeschaut habe und es waren 2200. Aargh.
Rasch habe ich auf eine mittelgroße Variante gewechselt und hoffe mal, dass die 1250 Perlen reichen. tsss.

Nun noch ein Wort zu dem Garn. Wie gesagt, es ist unverzwirnt und ich habe mich auch nicht besonders angestrengt, das weniger stark zu verdrehen, als normalerweise. Und dennoch zwirbelt es jetzt nur wenig - weniger als jedes Noro-Garn (und Knoten habe ich auch keine). Lediglich etwas ruhen lassen und natürlich den Strang waschen hat mir zu veritablem Lace-Garn verholfen. Das werde ich öfter mal machen (zumal ich echt nicht gerne verzwirne).
Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2009
Wie alt ist Euer ältestes UFO? Was hält Euch Euch davon ab, es fertigzustellen?
Das könnte glatt die Doppelstrick-Decke mit dem Muster von Kaffe Fassett sein. Oder der Pulli Sicily, aus dem ich schon die Nadeln gezogen habe (um an die schönen Maschenmarkierer zu kommen...).
Aber wahrscheinlich ist es doch das hier:

Waves of Grain aus der Knitty. Dieses Tuch hatte ich angefangen, nachdem ich mein erstes mit Perlen fertiggestellt hatte. Aber eigentlich habe ich keinen Plan, wer dieses Tuch mal bekommen soll. Und dann habe ich es abgelegt und nun liegt es...
Die verstrickte Dienstagsfrage 23/2009
Ich habe für mich gerade das RVO- und RVU-Stricken entdeckt und bin begeistert, dass ich mir so das Nähen weitestgehend sparen kann. Nun habe ich allerdings bereits einige Male gelesen, dass andere Strickerinnen nicht gerne in Runden stricken, da es dann eben keine Seitennähte gibt und dem fertigen Teil so die Stabilität fehlt. Könnt Ihr das bestätigen?
Ich weiß nicht, ob ich zum Beispiel so was mal behauptet habe. :))) Könnte schon sein, ich behaupte gern mal was.
Aber auf jeden Fall bietet eine Seitennaht die Möglichkeit zu Korrekturen (enger und auch ein wenig in der Länge "raffen").
Da ich ganz gerne nähe, kann ich die Begeisterung nicht teilen. Auf jeden Fall wird die Schulterpartie mit Nähten stabiler. Wenn man gekaufte (qualitätvolle) T-Shirts anschaut, dann haben die in der Schulternaht oft ein Nahtband zur Stabilisation. Das hat seinen Grund.
Die verstrickte Dienstagsfrage 24/2009
Habt ihr ein Lieblingsgarn? Wenn ja, welches und warum?
Hmm, vielleicht Felted Tweed von Rowan? Das fühlt sich einfach gut an und ist etwas, das ich nicht so ohne weiteres nachspinnen kann.
Ganz früher war das mal Geisha, ein Mohairgarn von Schoeller, wegen der Farbfülle und der Lauflänge (für bunte Achtziger-Jahre-Bilderpullis).
Nach welchen Kriterien wählt Ihr Eure Projekte aus? Nach dem Garn in Euren Vorräten? Nach den Lücken im Kleiderschrank (wenn z.B. ein warmer Pullover für den Winter fehlt)? Nach der Popularität (z.B. bevorzugt Knitalongs)? Weil die Stricktechnik oder der Schnitt spannend aussieht? Um eine neue Technik zu lernen? Weil es ein Modell von Eurem bevorzugten Designer ist?
Puh, das trifft irgendwie alles zu.
Ich stricke, um zu stricken, und dann muss was Neues her und je nachdem, wie die Präferenzen gerade sind (letztlich entscheiden bei gierigen Ich-will-sofort-Situationen die Vorräte), wird das eine oder andere Kriterium entscheidend. Auch ich bin gelegentlich ein Herdentier. Auch ich erwarte von meinen Lieblingsdesignern das Beste. Und Lücken im Kleiderschrank kann ich mir bestens vorgaukeln.












