
Ich habe mir damals bei der Händlerin Pelzkäfer - keine Motten - mitgebracht. Die haben einen guten Geschmack: All die weichen Merinogarn-Konen sind angefressen. Und das schon lange. Nach der Vernichtung durch massiven Insektizid-Einsatz mit den N*xalotte-Sachen war ich dennoch zu schwach, um auszumisten. Das passiert nun.

Dieses angenehme Khaki-Grün ist ganz unterhöhlt. Da war auch nach einigem Abwickeln kein Ende in Sicht. Weg damit (schluchz). Es bleiben die Mischgarne, Baumwolle, einige nicht ganz so stark angefressene Merinogarne und die Mohair-Konen, die eigenartigerweise nicht die erste Wahl des Ungeziefers sind, aber auch dank des Nylonfadens einiges aushalten.
Während der Räumerei habe ich einige Inspirationen erhalten. Gerade die dämlichen Reste - grrr - die kann ich auch nicht einfach wegwerfen - könnte ich zusammenspulen und melierte, schlichte Sachen stricken (natürlich mit der Maschine). Dünne Sachen. Sachen für Frühling und Sommer.
Ich habe ja auch nach den Achtziger Jahren nie komplett mit dem Stricken aufgehört. Ende der Neunziger kam dann die Idee mit der Strickmaschine, die ich mir gebraucht besorgt hatte. Das war wohl entsprechend der Mode - glatt, space-ig, einfarbig - an der Zeit. Und nun sehe ich eine neue solche Phase auf mich zu kommen.
Aber andererseits prophezeie ich jedes Frühjahr aufs Neue das Ende des Grobstricks.
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass die Ärmel viel zu lange geworden wären, hätte ich sie genau nach Anleitung gemacht. Da war viele Reihen vorher Schluss und ich konnte die Armkugel für eine kleinere Größe übernehmen. Bloß dass ich das auch noch etwas modifiziert habe. Leichte Schräge, kugeliger...
Unverdrossen stricke ich am Kartenspiel. Das Grün ist wirklich nicht so schlimm, wie man bei den Fotos meinen könnte.
Erst gestern habe ich mal wieder die Walk-in-the-Woods-Jacke hervorgekramt. Die war mit zwei anderen Sachen in einer extra Schublade - quasi vergessen! Ein Wahnsinn!

Fertig! Das Gebretzel konnte ich nur in kleinen Etappen machen. Bin viel schneller beim Buntstricken. Nun ja. Hiermit präsentiere ich:
Eala Bhan in der zweiten Größe von oben mit 3er Nadeln aus Sockenwolle Regia Trend & Colour gestrickt. Gewicht: schlappe 375 Gramm.
Von hinten auch schön, einmal die Haare und einmal auch die Jacke ;)

Besitzst Du "historisches" Handarbeitszubehör, z. B. alte Strick- oder Häkelnadeln, Anleitungshefte, Klöppelkissen, Stopfeier oder ähnliches?
Wie kam es in Deinen Besitz? Verwendest Du es noch, oder bewahrst Du es z. B. nur aus "sentimentalen" Gründen auf?
Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Ja, so was habe ich. Die alten Constanze und Neue Mode Hefte von meiner Oma hebe ich auf jeden Fall auf. Die haben immer mal was gebracht. Demnächst mache ich einen Pulli, bei dem die Armausschnitte hinten flacher sind als vorne... :-)
Stopfpilz, dünne Häkelnadeln ohne Maßangabe mit Holzgriff und Holz-Hülse, hauchzarte Edelstahl Strumpfnadeln. All das verwende ich hin und wieder. Die Stricknadeln dienen als Hilfsnadeln beim Maschinestricken. Die Häkelnadeln eignen sich, um Perlen auf Maschen zu heben. Der Stopfpilz bleibt eher aus sentimentalen Gründen. Die Anleitungshefte irgendwie auch, aber ich bilde mir eben ein, dass ich das eine oder andere noch nacharbeiten möchte. Kelimstickerei, sage ich mal...

Ein paar Änderungen sind mir auch beim Muster wichtig. Das Herz sieht beim Original so aus wie links, jetzt habe ich beschlossen, unbürokratisch eine Masche im Maschenstich mit dem Vernäh-Faden drüber zu sticken (siehe rechts). Das Pik hat noch eine Masche oben drauf bekommen. Kreuz und Karo bleiben unangetastet.

Der Schnitt wird auf jeden Fall kurz - ist ja nur ein Spaßpulli. Und die Ärmel ungepufft-dreiviertelig. So der Plan...
Das Ganze wird nach dem Waschen sicher etwas harmonischer. Aber so schön wie bei dem ca. 60 Jahre alten Original natürlich nicht, denn das ist aus ganz dünnem Boucle - so was gibt es heute nimmer, behaupte ich mal kühn...












