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Ein Strickblog

 
Für den Fall, dass das jemand lesen sollte. Bitte... Entschuldigung, das ist so blöd und auch langweilig, das stinkt schon zum Himmel. Ich hatte die Ärztin in der Psychiatrie gebeten, meiner Mutter Medikamente und ein Rezept mitzugeben. Das hatte sie getan. Die Heimleiterin konnte das Rezept aber nicht einlösen, weil angeblich der Stempel darauf fehlte (ich habe den Eindruck, dass digital ausgestellte Rezepte für gewisse Apotheker neu sind? Oder machte die Frau einen dubiosen Eindruck? :-)

Aber immerhin: Mein Anruf in der Klinik war erfolgreich. Die Frau vom Sozialdienst hat sich gekümmert und ein neues, zweites Rezept verschickt. Daraufhin kriege ich die Antwort: *"na ich weis nicht, auch mein Apotheker hat das ja bemängelt, dass kein Arztstempel auf dem Rezept ist." O-Ton. Der Apotheker hat immerhin geliefert. Das ist gut gegangen. Sonst wäre meine Mutter umgehend wieder in der Klapse gelandet.
Muss ich aber nun bei dieser* Formulierung Gedanken lesen, dass NOCH EIN Rezept verschickt werden soll?
Hä?
Offensichtlich, denn heute hieß es "Sollten die Rezepte nicht bis 3.1.2019 eingehen wird die Apotheke die Rechnung an uns ausstellen und wir werden die Summe dann bei Ihnen einfordern."
Aha. Und das zwischen den Feiertagen.

Mir ist das jetzt egal. Ich zahl das jetzt. Ich hab die Schnauze voll.

Typisch Männersprech. Eine Andeutung soll ausreichen, alle Hebel in Bewegung zu setzen. Jaja, natüüürlich!

Am 23. Dezember haben wir meine Mutter im tschechischen Pflegeheim besucht. Wie erwartet ist sie ziemlich stark ruhiggestellt. Als wir reinkamen, saß sie gerade und hat ihre Fingernägel lackiert. Sie sitzt immer mit einer über 90jährigen zusammen und die beiden versichern einander, dass sie Tiere mögen...
Diesmal war auch deren Tochter da und so saßen wir dann... Irgendwann macht meine Mutter ein Gesicht und ich sehe, dass sie die Heimleiterin meint. Der Rest ist Schweigen, denn - wer einmal lügt, dem glaubt man nicht - ob sie von der einen Klaps bekommen hat oder nicht, ist mir eigentlich wurscht. Die andere Tochter wollte das nicht glauben, ich kann mir das aber vorstellen. Die Frau ist eine sehr ungeduldige, hektische Person. Da kann so was schon vorkommen. Dass meine Mutter ihr nun seit einem halben Jahr beleidigt ist, das... nun ja... Ist typisch.
Ich habe ihr zugeredet, dass sie das vergessen soll, das sei nicht böse gemeint gewesen... Auf die Aufforderung hin, zu wiederholen, was ich eben gesagt hatte, antwortete meine Mutter "...dass ich mich anpassen soll". Diese Formulierung stammt von ihr! Kommt aber hin. Sie macht sich ja höchstens selbst das Leben schwer. Jetzt ist sie mir auch beleidigt, weil ich das nicht ernst genug genommen habe. Egal. Umso leichter fiel mir der Abschied, da kam dann eh ein Pfarrer und ein Adventssingen.
Das Einzelzimmer ist prima, dort könnte sie auch in die Glotze starren, ohne jemanden zu stören. Alles gut...

Naja, ich muss grad mal wieder viel auftragsstricken, dann gönne ich mir spätnachts noch ein paar Runden hiervon.
Das Modell aus "More Sweaters" wollte ich immer schon stricken, ich hatte auch schon mal Material gesponnen, wenn ich mich nicht täusche. Jetzt habe ich aus Norwegen sogar das Original-Garn mitgenommen (wenn auch in anderen Farben). Ja, die Farben. Sieht ziemlich grell aus, was? Dem Garn mangelt es an dem "heathered" Aussehen, dass ich durch Kardieren erzeuge und das auch bei den echten FI-Sachen so ist (Jamieson and Smith und andere Garne haben das). Richtig fröhlich bunt und naiv. So sehen ja die Abbildungen im Buch auch aus und dazu die Schulterpolster-Pullis, alles Ende der Achtziger.
Diese eingewebte Kante funktioniert allerdings besonders gut mit diesem Garn, denn es ist dank norwegischer Schafe schon recht "klettig". Aber wenn man da nur einmal hängen bleibt...!


Meine Mutter ist aus der Psychiatrie zurück ins Pflegeheim entlassen worden. So, wie ich das sehe, wird sie nie wieder richtig geistig wiederhergestellt. Nicht dass ich meine, sie würde wieder selbstständig, sie ist ja auch dement, im normalen Sinne...
Aber vorher war sie sich selbst und ihrer Umgebung zumindest bewusst. Die unterlassene Medikamentengabe hat ihr Hirn völlig zerstört. Jetzt kriegt sie die gleichen Medikamente wieder und noch drei andere obendrauf. Da ist Haldol das Harmloseste. Das wirkt auch eigentlich gar nicht. Ich glaube, die Ärzt haben diesen Cocktail aus purer Verzweiflung verordnet. Drei Neuroleptika auf einen Haufen und Hilfsmedikamente dazu. Jetzt muss ich im Heim ein Einzelzimmer zahlen, weil es keiner anderen Heimbewohnerin zuzumuten ist, mit meiner Mutter in einem Zimmer zu wohnen. Aber es stimmt: Keiner sollte unter dem Zustand meiner Mutter leiden müssen. Sie hat durch ihre Krankheit schon zu viel Leben zerstört.
Natürlich kann sie nichts dafür. Aber ein Charakteristikum dieser psychischen Erkankung ist zum Beispiel ein unangenehmes misstrauisches Verhalten, Verlogenheit und Egozentrismus. Das macht sie nicht gerade liebenswert. Und deshalb macht es Mühe, ihr zu verzeihen, dass sie so unerträglich ist.


...wie kompliziert diese Strickmaschinen-Architektur ist. Wie abhängig man von den kleinsten Teilchen ist. Ich weiß das, denn ich stricke mit einer alten SINGER-Maschine. Diese Firma gibt es nicht mehr. Ersatzteile sind schwer zu beschaffen. Es gibt zum Beispiel so Gewichte, die Randkrallen, da brechen gerne mal die Zähne ab. Irgendwann sind die zahnlos, dann kannste das Stricken komplett vergessen! Die neuere Variante, die mit den einklappbaren Zähnen hält zwar etwas länger (Plastik altert halt schon rapide!), aber dafür bricht das Scharnier aus. Das habe ich notdürftig mit Draht repariert.
Wenn diese kleine Doppelnadel verloren geht, dann ist das Maschen-Umhängen auch Vergangenheit (also zum Beispiel von Rippenstrick zu glatt rechts).
Es gibt Teile, die habe ich na-tür-lich dreifach, die gehen nie kaputt und die braucht man auch nicht so dringend, wie den Dreifach-Decker.
Aber dieser Umhänge-Schlitten. Man muss schon aufpassen, was in der Anleitung steht: Ich habe ja immer sehr feines Gestrick produziert, mit dünnem Industriegarn. Da funktioniert der Umhängeschlitten einfach nicht und man muss die kleine Doppelnadel nehmen. Aber ich: RATSCH. Schon wieder die Hälfte der Maschen runtergefallen. Bei dem billigen Garn macht das nix, wenn mal was reißt und man alles wegschmeißen muss, aber wenn man so was Edles, wie jetzt die Alpaka-Seide-Mischung hat, möchte man eigentlich nichts verschwenden. ich hatte mit dem Garn Handstrick-Versuche gestartet und wieder verworfen, aber so richtig auftrennen konnte man diese Versuche nicht mehr, jedenfalls nicht bis zum Ende.
Ich geh mal die Maschine ölen...

Der Anfang der "Neunziger"!
Ein maschinengestrickter Pulli. Total langweilig. Könnte genausogut gekauft sein. Hat genau zwei Nachmittage zum Stricken und einen Abend zum Zusammennähen gedauert. Das Material ist ein weicher Traum aus Alpaka und Seide, Brushed... von Drops. Geschenk von Tosha.

;-)
Dass das Stricken out ist, davon singe ich ja schon seit Monaten ein Lied. Bei mir selber ist es sowas von out. Keiner meiner Freunde mag was Gestricktes haben. Mein Mann nimmt sowieso nur Schwarz. Das ist beim Handstrick etwas mühsam. Ich selber fange schon wieder an, Gestricktes zu kaufen (mit Polyacryl!). Das ist das sicherste Zeichen. Mein Leben hat keinen Sinn mehr!
;-)
Ich bin ja leider kein Verkäufer-Typ. Mir macht es keine Freude, etwas zu verkaufen. Daher kann ich also nicht auf "Ich stricke Socken für den Markt" ausweichen. Das muss man mögen. Ich nicht.

Derweil habe ich schon einen ersten Strickmaschinenpulli angefangen. Bilder folgen bald. Da war einmal ein dünnes Alpaca-Seiden-Garn, das ich von der Tosha geschenkt bekommen habe. Hier schwebte mir zunächst was wild Gemustertes vor, wenn man schon mal drei Farben hat... Aber jetzt Blockstreifen in glatt rechts. Da kam sofort der Gedanke: Warum sollte ich das mit der Hand stricken?

Und wenn es mal so weit ist, sind bei mir die Neunziger Jahre wieder angebrochen. Definitiv!

 

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